Im Nationalrat

Long Covid – jetzt handeln

2108 Nachrichten an den Nationalrat

Am 16. Juni entscheidet der Nationalrat über wichtige Anträge zur Unterstützung von Long Covid Betroffenen. Lobbyieren Sie jetzt bei den Nationalrätinnen und Nationalräten dafür, dass die Langzeitfolgen von Corona anerkennt und erforscht werden.

Laut Studien hat in der Schweiz jede fünfte Person, die an Corona erkrankt, mit Langzeitfolgen («Long Covid») zu kämpfen. Es braucht dringend koordinierte Massnahmen, die die Anliegen von Betroffenen ernst nehmen.

Es ist im Interesse der ganzen Gesellschaft, die gesundheitlichen Folgen von COVID-19 gemeinsam zu bewältigen. Deshalb kämpfen wir für die Annahme der Vorstösse im Nationalrat, die die Anerkennung und die Erforschung von Long Covid vom Bund einfordert.

Mehr erfahren

So einfach geht Crowd Lobbying:

  1. 1.Wählen Sie Ihren Kanton
  2. 2.Wählen Sie ein Mitglied des Nationalrates.
  3. 3.Entscheiden Sie sich für eine Nachricht.

Wir übergeben die gesammelten Nachrichten an die Mitglieder des Nationalrats.

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Lobby-Status

Dagegen Unentschieden Dafür

Wer hat welche Stimmabsichten? Der Lobby-Status zeigt Ihnen, wem Sie eine Nachricht schicken sollten. Gemeinsam wollen wir Politiker:innen überzeugen, die noch keine feste Meinung geäussert haben oder die unserem Anliegen kritisch gegenüber stehen. Wer für unser Anliegen eintritt, erhält keine Nachrichten mehr.

Long Covid im Parlament

Langzeitfolgen von Corona anerkennen und erforschen!

Um die Krankheitsbilder, die Häufigkeit ihres Auftretens und die Behandlungsmöglichkeiten von Long Covid besser zu kennen, soll die dazu notwendige Forschung adäquat unterstützt und finanziert werden. Der Bundesrat kann sich hierbei an den Empfehlungen der unabhängigen wissenschaftlichen Task-Force orientieren, die «systematische Nachkontrollen» sowie «prospektive Beobachtungsstudien» vorgeschlagen hat.

Der Bund soll in Zusammenarbeit mit Kantonen und der Forschung eine Anlaufstelle zu Long Covid einrichten, die sowohl Betroffenen von Long Covid als auch Kliniken, HausärztInnen, TherapeutInnen und anderen Akteuren im Gesundheitsbereich als Drehscheibe dient und Auskunft zu wichtigen Fragen geben kann.

Welcher Vorschlag liegt auf dem Tisch?

Die Motion der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) fordert eine wissenschaftliche Begleitung von Long Covid Fällen. Konkret wird der Bundesrat «beauftragt, dafür zu sorgen, dass ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die sogenannten Long-Covid-Fälle systematisch zu erforschen und zu begleiten. Er wird weiter beauftragt, die entsprechenden Programme zu initiieren.»

Long Covid ist ein Anliegen, dass parteiübergreifend unterstützt wird. Die Motion 21.3453 wurde von der SGK-N mit einer klaren Mehrheit von 16 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung zu überwiesen.

Was ist Long Covid?

Long Covid – auch bekannt als «Chronic Covid-19 Syndrome» oder «Post-Covid-Syndrome» – beschreibt die direkten, mittel- bis langfristigen Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Je schwerer der Krankheitsverlauf, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, unter Long Covid zu leiden. Aber mittlerweile zeigen Studien, dass auch Personen mit milden Verläufen von Langzeitfolgen betroffen sind. Am häufigsten leiden ältere Personen unter den Langzeitfolgen, doch es kann jede Altersgruppe treffen. Während sich viele Betroffene nach einigen Wochen wieder erholen, könnten sich Symptome der Krankheit bei ungenügender Behandlung chronifizieren.

Die Langzeitfolgen von Long Covid sind noch zu wenig erforscht. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein: Nachgewiesen sind u.a. Atembeschwerden, starke Gelenkschmerzen, anhaltender Husten, Ohnmacht, starke Übelkeit, chronische Müdigkeit («Fatigue») sowie Nerven- und Muskelschwäche. Das Inselspital Bern publizierte im Verbund mit weiteren klinischen Forschungsinstituten für Lungenkrankheiten eine Studie, die auf Untersuchungen von hospitalisierten Personen basiert. Sie kommt zum Schluss, dass die Corona-Erkrankung «anhaltende Beeinträchtigungen der Sauerstoffaufnahme der Lunge zur Folge haben können. Eine Langzeitbeobachtung und Behandlung dieser Patientinnen und Patienten ist wichtig und dringlich.»

Ausmass von Long Covid

Seit Ausbruch der Pandemie sind rund 700’000 Ansteckungen mit dem Sars-Cov-2 Virus in der Schweiz bestätigt worden. Die genaue Anzahl liegt aufgrund einer geringen Anzahl Tests wohl deutlich höher. Pro Woche infizieren sich derzeit immer noch über 5’000 Menschen. Knapp 30'000 Personen mussten wegen eines schweren Verlaufes hospitalisiert werden.

Schätzungen zufolge könnten in der Schweiz bisher mehrere zehntausend Menschen schwere Verläufe durchgemacht haben, obwohl sie nicht hospitalisiert waren. Es sind zudem viele Fälle dokumentiert, bei welchen die Symptome auch nach über einem Jahr nicht nachgelassen haben.

Eine erste Studie über Langzeitfolgen bei sowohl leichten, mittleren wie schweren Verläufen der Universität Zürich (Corona Immunitas) hat gezeigt, dass ca. 25% aller mit Sars-Cov-2 angesteckten Personen auch nach 6 Monaten nicht vollständig genesen sind. Studien des Robert Koch Instituts in Deutschland zeigen, dass rund 40% der klinisch behandelten Personen über wochen- bis monatelange Langzeitfolgen klagen. Aus weiteren in der Publikation erwähnten Studien muss der Schluss gezogen werden, dass Langzeitfolgen auch nach mittleren oder leichten Verläufen der COVID-19 Erkrankung auftreten können. Der Befund, dass alle Altersgruppen von Langzeitfolgen betroffen sind, hat sich auch in dieser Publikation erhärtet: lediglich im Alter von 0-20 ist eine Long Covid Diagnose seltener, kommt aber trotzdem vor.

Grosser Handlungsdruck

Für Betroffene der Langzeitfolgen bestehen nach wie vor nicht hinnehmbare Lücken in der Gesundheitsversorgung und es fehlt eine Strategie, diese Langzeitkomplikation wissenschaftlich anzugehen, um das Problem besser abschätzen zu können. So findet auf der Webseite des BAG Long Covid bzw. das Thema Folgebeschwerden nach knapp einem Jahr Pandemie immer noch kaum Erwähnung. Dieses Vorgehen ist fragwürdig, da ein gravierendes gesundheitliches Problem nicht angegangen und die Betroffenen dadurch noch mehr belastet werden sowie Hausärztinnen und Hausärzte oftmals überfordert bleiben.

Über die gesundheitlichen Folgen müssen zwangsläufig auch die finanziellen Folgen in Betracht gezogen werden. Eine rasches, verbessertes Verständnis von Long Covid könnte sowohl präventiv als auch in der Behandlung helfen und damit zukünftige Kosten senken.

Wer ist die Allianz Long Covid?

Die Allianz Long Covid entsprang der IG Offener Brief, welche sich im Dezember 2020 mit Forderungen hinsichtlich griffiger Massnahmen in der Covid-Krise an den Bundesrat gewandt hat. Die Allianz Long Covid ist ein unabhängiges Netzwerk, das sich im Austausch mit Betroffenen, Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Organisationen aus der Gesundheitswelt für eine nationale Long Covid Strategie einsetzt.

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